pazuzu's profilepazuzuPhotosBlogListsMore Tools Help

Blog


    July 18

    9

     
     
                                                                                                               
     
    Geschichtliches zum Satanismus
    mit freundlicher Genemigung von Asmodeus
     Was ist „Satanismus“ und wer ist „Satan“?

    Im Gegensatz zu den meisten Religionen und Weltanschauungen gibt es im Satanismus keine verbindliche Amts- oder Lehrmeinung, da dem Satanismus Strukturen und Hierarchien, wie sie in vielen anderen (etablierten) Glaubensrichtungen zu finden sind (z.B. Papst, Bischöfe…), fremd sind. Es gab und gibt satanistische Zirkel, die einem Priester oder Vorstand unterstellt sind, doch sind dies kleine auf einzelne Zirkel beschränkte Hierarchien und kein für alle Satanisten verbindlicher Zustand. Aus diesem Umstand und aufgrund fehlender allgemein anerkannter, historisch belegter Grundsatzschriften (wie zum Beispiel die Bibel für das Christentum oder der Koran für den Islam) resultiert, dass es keine wirklich allgemein verbindliche oder allgemein anerkannte und auch schon gar keine traditionell begründete Satanismus-Lehre gibt.

     Die Frage, was Satanismus denn nun eigentlich ist, würde demnach von zehn überzeugten Satanisten wahrscheinlich mit (mindestens) zehn verschiedenen Antworten kommentiert werden und niemand könnte irgendwie belegen, dass seine Überzeugung substantieller sei, als die der anderen. Hierbei würde sich die Diskussion nicht erst in der Deutung verschiedener Aspekte satanistischen Denkens oder der Notwendigkeit und Ausübung von Riten oder der schlichten Definition grundlegender Aspekte entfachen, sondern schon viel früher – nämlich bei der Frage, ob Satanismus nun eine Religion im wirklichen Sinne oder Weltanschauung darstellt. Schon dies kann, je nach Verständnis des Satanisten, völlig unterschiedlich und beides richtig sein.

     Es existieren von religionswissenschaftlicher Seite natürlich einige (mehr oder minder) gelungene Definitionen über das Phänomen des Satanismus und dessen tendenziellen Strömungsrichtungen. Doch letztlich ist auch das nur ein Versuch etwas, das weder Form noch Dogma kennt, in einigermaßen belastbare Definitionen zu drängen ohne wirklich Anspruch darauf zu haben, allem und allen hinreichend gerecht zu werden.

     Daher kann auch meine hier dargelegte Meinung und die Deutung der hier genannten Informationen nicht mehr sein, als nur meine (subjektive) Auffassung, die für niemand sonst als mich allein gilt und keinem anderen als mir gerecht zu werden braucht.

    Die ersten Ursprünge

     Die heutzutage landläufig vertretene Meinung von „Satan“ als den in der christlichen Mythologie auftretenden Widersacher Gottes ist allgemein das in der Vorstellung der heutigen Menschen verhärtete (und meist undifferenzierte) Bild. Damit endet, untermauert von der selten hintergründigen oder objektiven Sensationsberichterstattung der Medien (nicht zuletzt begründet und gefördert durch die kirchlichen Vertreter in so manchem Rundfunkrat), für die meisten Normalbürger schon die Definition dessen, was Satanismus ausmacht.

     Die Wahrheit ist jedoch eine andere… und sie ist vielschichtiger und weit komplizierter… sogar als es so mancher, der sich als „Satanist“ bezeichnet, weiß.

     Die Ursprünge des Satanismus gehen weit über die Existenz einer christlichen oder jüdischen Religion hinaus und haben ihre Wurzeln in der Gnosis und dem von Zarathustra, ca. 2000 vor Christus, im heutigen Iran gelehrten Dualismus („Iranischer Dualismus“).  Bereits zu dieser frühen Zeit manifestierte sich das Denken von guten und bösen Mächten, von der Verderbtheit der Erde, des Fleisches und der weltlichen Existenz als solches im Gegensatz zu dem vom Fleisch losgelösten Geistkörper. Und hier ist es bereits auch schon der Mensch selbst, der nach freiem Willen entscheidet ob er sich dem Guten oder dem Bösen (oder anders ausgedrückt: der Schöpfung oder der Gegenschöpfung) verschreibt.

    Die Anbetung gegenschöpflicher Gottheiten war vor allem auch in der Gnosis eine gebräuchliche Form der Religionsausübung um damit die Unwissenheit und Unreinheit der Menschlichen Existenz zu beseitigen.

    Satansdeutungen und Satansbilder

     Die christliche oder jüdische Lehre selbst hat weder das Wesen Satans, noch den Satanismus an sich begründet, sondern ihm nur in unserer abendländischen Gedankenwelt ein im Laufe der Jahrhunderte stetig wechselndes und für die offizielle Kirchenpolitik gefälliges Gesicht gegeben. Hierbei war das Satansbild jedoch nie ein Hemmnis oder Problem für die Kirche, sondern vielmehr von zweckdienlicher und propagandistischer Natur. Aufgrund des über viele Jahrhunderte bestehenden Monopols hinsichtlich aller spirituellen, moralischen und ethischen Fragen, erhielt die Kirche in den früheren Jahrhunderten eine einzigartige Definitionshoheit, der sie aber nicht im Ansatz objektiv deutend Rechnung tragen konnte. Vielmehr wurde diese unantastbare Auslegungs- und Deutungshoheit, deren Kritiker in früheren Zeiten durch Mord (Verbrennung, Folterung bis zum Tode…) oder Ächtung (Exkommunion) zum Schweigen gebracht wurde, meist dafür missbraucht, die Vormachtsstellung der Kirche zu festigen und auszubauen. Zudem dienten die meisten Satansdeutungen letztlich dazu die Menschen durch Angst und Schrecken vor Satan an den Machtaperrat der Kirche zu binden. Eine differenzierte und objektive Betrachtung Satans kann und konnte naturgemäß von Seiten der Kirche zu keiner Zeit erfolgen - ebenso wenig, wie man von einem strengen dogmatisch durchsetzten Satanisten kein objektives Urteil über Gott erwarten könnte. Doch selbst die Kirche ist in ihrem Satansbild nicht unwandelbar, sondern passt dies den Zeiten, dem allgemeinen Weltverständnis und auch der ihr zuträglichsten Propaganda an.

    Interessanterweise findet sich die für die christliche Satansvorstellung, bzw. für ihre Auslegung der Motive Satans, hauptsächlichen Hinweise nicht in der Bibel, sondern in den Apokryphen (das heißt, in den Schriften, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden).  Im Buch „Henoch“ wird zum Beispiel von einem Dämon „Satanael“ geschrieben, der durch seine Gier nach Macht in den Feuerpfuhl geworfen wurde und der als Führer der aufständischen Engel bezeichnet wird.

    Zwar ist die in der Schöpfungsgeschichte zitierte Schlange (Genesis Kapitel 3 Vers 1: „Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr gemacht hatte.) in der in dieser Geschichte charakterisierten Weise ohne Frage eine dem Menschen nicht wohlwollende Erscheinung, jedoch wird diese als Tier und nicht als Widersacher Gottes oder Satan beschrieben. Die Zuordnung von Satan und Schlange, wurde erst viel später in der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament vorgenommen um auch diese Geschichte im Garten Eden für den kirchlichen Kampf gegen Satan verwerten zu können. Tatsächlich aber hielt sich eine Teufelsgestalt nirgendwo im Paradies Gottes versteckt.

    Auch im restlichen Alten Testament wird Satan in seiner Person eigentlich nur einmal (Hiob Kapitel 1 Vers 6: „Nun geschah es eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor dem Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan.“) erwähnt, jedoch tritt er hier lediglich als Ankläger oder Staatsanwalt in Diensten Gottes und keinesfalls als sein abtrünniger und gegen ihn aufbegehrender Widersacher auf. Bestenfalls ist von „Bösen“ (Jesaja Kapitel 13 Vers 11: „Dann bestrafe ich den Erdkreis für seine Verbrechen und die Bösen für ihre Vergehen.) oder von Dämonen wie Lilit und Baal (Jesaja Kapitel 34 Vers 14: „Wüstenhunde und Hyänen treffen sich hier, die Bocksgeister begegnen einander. Auch Lilit (das Nachtgespenst) ruht sich dort aus und findet für sich eine Bleibe.“ / 2. Buch der Könige Kapitel 23 Vers 4: „Hierauf befahl der König dem Hohenpriester Hilkija, den Priestern des zweiten Ranges und den Wächtern an den Schwellen, alle Gegenstände aus dem Tempel des Herrn des Herrn hinauszuschaffen, die für den Baal, die Aschera und das ganze Heer des Himmels angefertigt worden waren.“) die Rede, jedoch sind beide mit dem Satansbild nicht in Verbindung zu bringen und selbst diese Erwähnungen sind eigentlich auf Einflüsse der Griechischen Mythologie, der kanaanäischen sowie babylonischen Urreligionen und auf den schon zuvor genannten Iranischen Dualismus zurückzuführen. So handelte es sich zum Beispiel bei Baal um einen kanaanäischen Schutzgott des Wetters und der Fruchtbarkeit, der im sich ausbreitenden jüdischen Glauben dann dämonisiert wurde.

    Die oft in Hinsicht auf Satan zitierte Zeile im Buch Jesia Kapitel 14 Vers 12 „Ach, du bist vom Himmel gefallen, du strahlender Sohn der Morgenröte. Zu Boden bist du geschmettert, du Bezwinger der Völker“  beschreibt ebenfalls nicht Satans Fall vom Himmel – obwohl dies oft irrtümlich angenommen wird. Es handelt sich bei diesem Text in seinen Ursprüngen vielmehr um ein Spottlied auf den König von Babel und begründet sich eigentlich auf den Griechischen Mythos von Helios, dem Sonnenlenker, und Phaeton, seinem Sohn. Phaeton überredete Helios, dass dieser ihn einmal den Sonnenwagen lenken lassen sollte. Doch Phaeton hatte sich überschätzt und verlor die Kontrolle, bis er letztlich vom Himmel fiel. Der Planet Venus ist das Sinnbild Phaetons und heißt auf Griechisch „Eosphoros“ oder übersetzt in Latein „Luciferus“ („Lichtbringer“). Obwohl dies eigentlich nichts mit Satan im übrigen Sinne zu tun hat, wurde diese Stelle, und somit auch dieser Name „Luzifer“, in Verbindung mit der Deutung des apokryphen Buchs Henoch (vom dem vorgenannten in den Feuerpfuhl geworfenen Satanael) zum Inbegriff des Verständnis von Satan/Luzifer als gefallener Engel.

    Im Alten Testament findet sich hierzu noch eine Vielzahl weiter Hinweise auf ehemalige Götter (3. Buch Mose Kapitel 17 / 5. Buch Mose Kapitel 32 Psalm 106 Vers 37), die fortan als Dämonen definiert werden. Dass die Symbole und Gottheiten einer verdrängten Religion von der neu etablierten Religion als schädlich oder Unheil bringend verdammt werden, ist eine in der Menschheitsgeschichte übliche und der neuen Ordnung zuträgliche Sache, die man auch bei der Installation neuer politischer Ordnungen immer wieder findet.

                                                          

    Ein großer Unterschied im Gegensatz zum Alten Testament ist in der Offenbarung des Johannes die Wesensart Satans. Im Alten Testament ist Satan ein Wesen, dass mit Billigung Gottes den Glauben der Menschen prüft und stellt somit ein im Auftrag Gottes handelnder Erfüllungsgehilfe dar, während er im Neuen Testament zum Gegenspieler Gottes und Revolutionär gegen die bestehende Ordnung umgedeutet wird. Dass dieser biblische Kampf gegen Gott im finalen Showdown zum Nachteil Satans ausgehen soll, ist ein für den Leser der Bibel kaum überraschendes Ende – wäre es doch sehr verwunderlich, wenn im Werbeprospekt Gottes die Gegenseite gewinnen würde!

    In der Apokalypse finden sich dann auch zum ersten Mal Beschreibungen hinsichtlich der Manifestation, also der körperlichen Form, zum Beispiel in der Offenbarung des Johannes Kapitel 12 Vers 9: „Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt… Dies ist Satans eindeutigste und größte Szene in der Bibel. Dieses Szenario des Weltuntergangs, das bis heute die Vorlage für Romane und Filme darstellt, ist sozusagen Satans großer biblischer Auftritt.  Jedoch zeigen sich gerade hier die Einflüsse fremder Glaubensysteme indem in der Offenbarung des Johannes Kapitel 9 Vers 11: „Sie haben als König über sich den Engel des Abgrunds; er heißt auf hebräisch Abaddon, auf griechisch Apollyon.“ besonders auf Götter anderer oder vorangegangener Glaubenssysteme im Missionsgebiet Bezug genommen wird. Dies entspricht jenem bereits beschriebenen Verfahren, bei dem Götter anderer Religionen in dämonisierter Weise verunglimpft und abgeurteilt werden.

     In den Apokryphen und den alttestamentarischen Schriften ist über Satan oder die mit ihm in Verbindung gebrachten Dämonen wenig hinsichtlich seiner Manifestation zu finden.  Die erste wirklich detaillierte Beschreibung hinsichtlich seiner Manifestation findet sich in der Offenbarung des Johannes Kapitel 12 Vers 3 „Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.“  Und auch die bereits vorgenannte Erwähnung in der Offenbarung des Johannes Kapitel 12 Vers 9: „Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt…gibt eine bildhafte Beschreibung Satans wider. Dieses Bild findet sich, ebenso wie das Bild der Schlange (eine Symbolik die erst spät in Hinsicht auf die Schlange im Garten Eden hinzugefügt wurde) durchgängig durch die gesamte Kirchengeschichte bis in die Malerei der heutigen Zeit. Parallel dazu entwickelte sich in den späteren Jahrhunderten der Christenheit auch ein Bild Satans als gehörnter und pferdehufiger Mischling aus Tier und Mensch. Diese Symbolik ist ebenfalls auf einen fremdkulturellen Einfluss aus der hellenistischen Sagenwelt zurückzuführen. Hierbei bezog man sich auf den griechischen Gott „Pan“, der sich Frauen sexuell gefügig machte und Spaß am wilden gesetzlosen und sexuellen Umtreiben hatte. Störte man Pan, so versetzte dieser dem Störenfried einen solchen Schrecken, so dass er die nach dem Gott benannte „Panik“ bekam und unter „panischem“ Schrecken davoneilte. Speziell im Mittelalter, als die Sexualität komplett tabuisiert wurde, diente die Pan’sche Darstellung Satans als Inbegriff für die Lüsternheit und Unsittlichkeit.

    Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzte langsam und unterstützt durch einige Romane, die Umdeutung der satanischen Wesensart vom Verführer und Zerstörer der Menschheit hin zum positiv besetzten Aufklärer ein.  Diese Wandlung wurde vor allem durch die aufkeimende Erkenntnis, dass der Mensch auch ohne den Einfluss Satans böse sein kann, unterstützt.  Bis dahin ging man vom ewig guten Menschen aus, der erst durch den Einfluss Satans böse wurde. Spätestens seit den Schriften des Marquis de Sade setzte diesbezüglich ein Umdenken ein und der Satan verlor sein Monopol auf alles Schlechte und Verdorbene in gleichem Maße, wie die Kirche an weltlicher und gesellschaftlicher Autorität verlor.

     

     Da das Individuum zur Zeit des Kirchendiktats nichts galt, konnte sich erst nachdem der Mensch sich selbst als wertvolle und autonome Persönlichkeit verstehen zu begann, ein Satansbild entwickeln in dem Satan sich nicht mehr willenloser Menschen bedient, sondern sich die Menschen bewusst Satan als Heilsbringer oder Erlöser zuwenden. In Goethes „Faust“ bekommt der Satan nicht nur ein neues Motiv, sondern auch gleich einen neuen Namen: „Mephistopheles“.                        Photobucket             Nun ist er nicht mehr ein Wesen das den Menschen angreift und zerstört, sondern es ist der Mensch, der in seinem Streben nach Wissen, Genuss und Macht sich des Teufels bedient – wenngleich auch Mephistopheles die Sache geschickter angeht als der getriebene und teils wahnhafte Faust. Erst im 19. Jahrhundert mit Aufkommen der literarischen „Schwarzen Romantik“ und vor allem seit der immer wiederkehrenden filmischen Bearbeitung des Satansbildes in unserer Zeit, hat sich neben dem Bild des Aufklärers ein neues fast schon romantisiertes Erscheinungsbild Satans entwickelt. Während Satan in der Vergangenheit stets an ein klares Verhältnis zu einem Schöpfergott oder Gottvater gebunden war, bekam Satan nun zum ersten Mal ein davon losgelöstes und eigenständiges Bild, wodurch sich erst der eigentliche, dem Wortsinn nach echte Satanismus entwickeln konnte. Zur Zeit des 19. Jahrhunderts beschäftigten sich viele Autoren mit dem Satan und damit setzte auch eine zunehmende Vermarktung Satans ein. Da nicht länger nur eine Mutterkirche das Bild Satans deutete, begann sich das Satansbild auch in verschiedene Richtungen aufzuspalten, was besonders für die Literatur galt. In der so genannten „Schwarzen Romantik“ wurden Satan die verschiedensten Rollen zugedacht, vom Weltzerstörer bis hin zum verzweifelt Liebenden. Auch nahm die psychologische Ausprägung Satans in diese Zeit immer weiter Gestalt an. Diese Verschachtelung Satanischer Bilder hält bis in unsere Zeit an und trägt dabei nicht wirklich zu einem besseren Verständnis des Satanismus als Weltanschauung oder Religion bei. Insofern sehen wir heute Satan nur im Sinne der christlichen Religion definiert und sind höchstens noch von diversen (freier Künstlerphantasie entsprungenen) romantischen Umdeutungen durch die Literatur - man denke an Huysmanns, Baudelaire, Byron, Blake oder Lévi – oder durch Hollywood Filme beeinflusst.

     Die letzte große Änderung des satanistischen Bewusststeins fand im Lauf des letzten Jahrhunderts und hier vor allem zur Zeit der Hippie-Bewegung in den Vereinigten Staaten statt. Hier sind vor allem Aleister Crowley und Szandor LaVey als die hierbei einflussreichsten Personen zu nennen. Man spricht bei diesem Phänomen daher auch bezogen auf dessen Herkunft vom „Kalifornischen Satanismus“. Hier fand der Satanismus weitere Ausprägungsformen und teilweise auch Verknüpfungen zur altägyptischen Mythologie (zum Beispiel beim „Temple of Seth“). Obwohl sich vor allem heute viele Satanisten auf diese Tendenzen berufen, so sind auch diese in ihrer Bedeutung und Struktur keineswegs unumstritten. Noch zu Lebzeiten beider Persönlichkeiten (sowohl Crowleys als auch LaVeys) gab es Widersprüche, Abspaltungen, Machtkämpfe, Neugründungen und allerlei Zank und Gegenlehren. Insofern wurden dem Satanismus also nur neue Aspekte verliehen, die zu einer weiteren Verfächerungen satanistischer Ansichten führte doch keinesfalls zur Vereinheitlichung. 

     

                                

     

    Satansbekämpfung

    So wandelbar wie die Wesensart Satans aus Sicht der Kirche war, war auch die Verfolgung jener, die man als Satan zugehörig bezeichnete. Dass es sich hierbei selten um wirklich der Definition nach satanistische Menschen gehandelt hat, sondern vielmehr um Menschen anderer (oftmals auch christlicher) Glaubensrichtungen sowie okkulter und „heidnischer“ Religionen, sei hier nur kurz erwähnt. Man vergesse nicht, dass viele Jahrhunderte der Grundsatz galt, dass es außerhalb der katholischen Kirche keiner Erlösung geben würde. So wurden auch die Anhänger anderer Religionen oder christlicher Splittergruppen (zum Beispiel zur Zeit der Reformation) im wahrsten Sinne des Wortes „verteufelt“.

     Da auch das Zeitalter der Hexenprozesse ein Thema ganz für sich allein ist, will ich dies auch nicht großartig ausführen. In der Zeit von 1275, als die erste Hexe verbrannt wurde, bis ins Jahr 1698, als man in Rostock die letzte Hexe verbrannte, waren die Wesenzüge, Erscheinungsformen und Absichten Satans und dessen Methoden beliebig und ganz nach dem Gutdünken der jeweiligen Inquisitoren austauschbar. Dahingehend kann eigentlich nicht von einem wirklichen Satansbild gesprochen werden, da das Bild des jeweiligen Satans seinen Ursprung eigentlich nur in dem individuellen religiösen oder krankhaften Verständnis oder den Absichten des jeweiligen Anklägers lag. Ganz offensichtlich lagen auch oftmals keinerlei wahrhaftig spirituelle Gründe für einen solchen Prozess vor. Oft genug diente eine Anklage auf Teufelei oder Hexerei nur dazu ungewünschte Personen zu beseitigen, deren Einfluss zu vernichten und/oder Vermögenswerte einzustreichen. Zudem diente es den Einfluss so genannter „Weiser Frauen“ einzugrenzen, denn diese waren der Kirche ein Dorn im Auge, da der Klerus die Natur (vor allem aber die weiblichen Aspekte der Natur) als grundsätzlich teuflisch und sündhaft ansah. Auch wurde bei den Prozessen das Recht nach Belieben gebeugt. Während bei Frauen oder Angeklagten niederen Standes bereits eine mündliche Denunzierung genügte um sie so gut wie sicher auf den Scheiterhaufen zu bringen, konnten sich Männer und erst recht die Angehörigen höherer Stände oft Hoffnung auf gelinderte Ersatzstrafen oder gar Freisprüche machen. Angehörige des Klerus waren zwar nicht immer verschont worden, durften sich aber in ihrer Haut relativ sicher fühlen.

     Ein Beispiel sind die erhaltenen Prozessakten über einen Bischof, der ins Schlafzimmer einer Frau eindrang und sie sexuell belästigte und dabei ertappt wurde. Die Inquisition befand in diesem Fall den Bischof nicht für besessen, sondern erklärte dass der Teufel die Gestalt des Bischofs angenommen habe und der wahre Bischof somit unschuldig sei…

     Die Zeit der Hexenverbrennungen und Ketzerprozesse gehört, wie auch die Epoche der gewaltsamen Missionierung kolonialisierten Gebiets (zum Beispiel auf dem amerikanischen Kontinent), nicht nur geschichtlich, sondern vor allem auch spirituell zu den dunkelsten Kapiteln der Menschheit. Bis heute lässt die Kirche eine ausdrückliche Entschuldigung sowie eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Thema hinter ihren Mauern. Die Kirche hat vielmehr ein eigenes System der Vergangenheitsbewältigung etabliert, indem heute Menschen, die auf Scheiterhaufen verbrannt und ermordet wurden, heilig oder zumindest selig gesprochen werden… eine mehr als fragliche und zum Himmel stinkende Praxis, da die Kirche heute durch allerlei Wallfahrt und Krimskrams an diesen Heiligen mitverdient.

     Würde es uns nicht gänzlich abgeschmackt vorkommen, wenn das Regime des Dritten Reiches (wäre es heute noch an der Macht) Geld dadurch machen würde, dass man die Hinrichtungsstätten in den Konzentrationslagern gegen Eintritt besuchen und Andenken kaufen könnte? Handelt die Kirche hier anders?

    Im Laufe der Jahrhunderte verlor die Kirche nicht nur ihre so gnadenlos verteidigte absolutistische weltliche Macht und die damit verbundene Gerichtsbarkeit, sondern auch die allein bestimmende Definitionshoheit über alle spirituellen Fragen.

    In der Kirchengeschichte wurden unzählige viele Menschen durch Missionierung und Inquisition grausam gefoltert, erhängt, aufgespießt, verbrannt, erstickt, ertränkt, aufgeschlitzt und auf vielerlei andere Arten getötet… angeblich stets im Namen Gottes und im guten Glauben. Es ist schon sehr unverständlich, weshalb ausgerechnet dem Satanismus Attribute wie Gewalt, Mordlüsternheit und Sadismus angeheftet werden. Bedenkt man, wie viele Menschen von satanischen oder auch nur okkulten Spinnern getötet worden sind, so ist dies eine im Vergleich zur Zahl der im Namen Gottes ermordeten Menschen in keiner Weise gerechtfertigt! Fanatische, rücksichtslose Menschen, gewalttätig und im „guten Glauben“ zu allem bereit, mag es auch noch heute geben. Allerdings gibt es keine Glaubensrichtung (Satanismus, Islam, Hinduismus…), die davon verschont wäre.

     Es bleibt daher eine unwiderlegbare Tatsache, dass der weitaus größte Teil der Gewalt nicht von Satanisten verübt wurde und wird, sondern von all jenen, die sich den Kampf gegen Satan zu ihrer heiligen Aufgabe gemacht hatten und haben.

     Die Kirche betreibt bis in die Gegenwart weiterhin ihren Kampf gegen den Satan – dies aber ohne Anwendung von Folter, Scheiterhaufen und Inquisition. Neben Beten und Missionartätigkeiten verwendet man heute unter anderem Exorzismen. Dies ist jedoch ein von der Kirche in den letzten 30 Jahren möglichst gemiedenes Thema. Filme wie „Der Exorzist“ versetzen das Publikum in den 1970er Jahren dermaßen in Schrecken, dass sich die Kirche einer ernsthaften Diskussion gegenüber sah und als 1976 in Klingenberg (Bayern) eine Frau an den Folgen eines Exorzismus starb, ging die Kirche (in Deutschland) dazu über das Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr zu nennen – obwohl es bis heute Exorzisten und auch Exorzismen gibt. Das Ritual „Der große Exorzismus“ kann im „Rituale Romanum“ nachgelesen werden. Jedoch ist der Exorzismus eine höchstenfalls halbherzige Antwort auf das Phänomen Satan, denn der Exorzismus geht nur davon aus, dass eine Person gegen ihren Willen besessen ist, wohingegen sich Satanisten bewusst satanischen Gedanken zuwenden.

     Bis in die heutige Zeit ist unserer Gesellschaft jedoch die höchst fragliche Angewohntheit geblieben alles, was uns zuwider läuft, zunächst einmal als Teufelswerk anzusehen. Man vergesse nicht, die Beatles und die Rolling Stones wurden zur ihrer Zeit damals auch verteufelt und ihre Musik als Teufelswerk abgetan. Zwar mag man heute darüber schmunzeln, doch ist die Gesellschaft in dieser Sache noch immer nicht weiter, denn auch noch heute wird allerlei in Wissenschaft, Kunst und Kultur als Satanswerk abgetan.                                               

     Satan heute

     In den Köpfen der Menschen ist nahezu unauslöschlich das Bild des psychisch kranken Satanisten verhaftet. Satanismus, das bedeutet für die meisten Menschen: Teufelspakte, Entweihung, Schändung, Unterwerfung, Gewalt, Zwang, Auslieferung, Opferriten und schwarze Messen. Um jemanden in der Allgemeinheit in Misskredit zu bringen, braucht es eben selten eine stichhaltig nachgewiesene Argumentation, sondern meist nur klischeehafte Vorurteile, die dem einfachen Gedankenbild der Masse entspricht. Neu ist dies jedoch nicht, denn schon vor zweitausend Jahren wurde einer kleinen Sekte namens „Christen“ vorgeworfen sie würden in geheimen Messen von Huren Säuglinge gebären lassen um sie zu opfern und Sperma und Menstruationsblut rituell verzehren. Solche und ähnliche Vorurteile wurden und werden immer wieder gerne verwendet um andere Bekenntnisse in ein schlechtes Licht zu rücken. Auch in der späteren Kirchengeschichte gab es immer wieder höchste kirchliche Würdenträger oder christliche Glaubensgemeinschaften (Katarer, Gnostiker, Rosenkreuzer, Templer), die sich mit solchen Vorwürfen konfrontiert sahen und nicht nur einem Papst wurde vorgeworfen den Leib Christi geschändet und Menschenblut geopfert zu haben – einfach deshalb, weil man sie vernichten wollte.  Es ist nicht abzustreiten dass es Menschen gab und gibt die solcherlei abartige Dinge praktizieren, doch man muss auch auf die Frage der Verhältnismäßigkeit achten.

    Zudem ist hierbei (und bei allen anderen „abartigen“ Gebräuchen) beileibe nicht immer von Satanisten die Rede.

    Es wäre ebenso verfehlt alle Christen zu bezichtigen Hexen zu verbrennen oder Menschen, die sich nicht bekehren lassen, als Ungläubige abzuschlachten. Die Toleranz innerhalb der katholischen Kirche geht im Moment ja noch nicht einmal soweit, dass sie es erlauben könnten dass ein Protestant an der katholischen Eucharistie teilnimmt. Wie wollte man da ein objektives Verständnis gegenüber Satanisten erwarten?

     Vor allem die Medien leben von Sensationen und die allgemeine Berichterstattung ist auf den Geschmack der Massen abgestimmt. So finden sich mehr oder weniger haltlose oder unzulänglich recherchierte Berichterstattungen, die nur schwerlich ein wirklich authentisches Bild des Satanismus zeigen, wenn sie sich per Definition überhaupt wirklich mit Satanismus beschäftigen, denn meist geht es eben nicht um Satanismus sondern um falsch deklarierten Okkultismus. Hier wird gerne alles, was irgendwie ins Klischee passt, in einen Topf geworfen. So wird eben in so mancher Berichterstattung aus einem Schüler, der öfters schwarz getragen haben soll und in einer Erfurter Schule ein Massaker verübt, einfach ein Satanist und in so mancher Gerichtsshow treten recht albern geschminkte Laiendarsteller-Satanisten als intrigante und gewissenlose religiöse Fanatiker auf.  Dabei ist die Berichterstattung über satanistische Belange beileibe keine neue Sache, denn auch schon in den letzten Jahrhunderten wurden Manuskripte und Zeitungsartikel diesbezüglich verfasst. Schon damals war man selten objektiv, sondern zumeinst populistisch und verleumdend. Hierbei ist vor allem der so genannte „Taxil – Schwindel“ zu erwähnen.

    Ohne Frage, salonfähig war Satanismus noch nie und grundsätzliche Problem bei der Definition eines „Satanisten“ ist, dass kein wirklich allgemein verbindlicher Kodex existiert.  Eine Voraussetzung aber sollte doch für die Definition eines Satanisten sein, dass er sich grundsätzlich in irgendeiner Form dazu bekennt, denn man kann nicht einfach über jeden unliebsamen oder verrückten Zeitgenossen das Attribut des Satanisten setzen.

    Definitionssache

    Innerhalb der satanistischen Szene entstanden schon immer bis heute Zirkel und Sekten die sich bald wieder spalten und schneller verschwinden, als man sie zählen könnte und jeder Zirkel nimmt für sich selbst das Recht der „Reinen Lehre“ in Anspruch und beschuldigt (als gäbe es nichts Wichtigeres) die anderen des falschen Glaubens. Durch das Fehlen wirklich verbindlicher Glaubensgrundsätze (wie bereits eingangs erwähnt) ist der Satanismus eine höchst individuelle Auslegungssache. Dies kann (wie übrigens jede Religion) Quelle tieferer Erkenntnis und innerer Ruhe werden, kann aber auch krankhafte oder wahnhafte Ausprägungen haben und. Ich beziehe mich dabei unter anderem auf die rituellen Morde durch Charles Manson im Sommer 1969 oder durch das Ehepaars Ruda im Juli 2001. Hier ist die Ursache wohl kaum in einem wirklichen Verständnis der Natur des Satanismus (und damit dem Wert des Menschen) zu suchen, sondern vielmehr in einer krankhaften Störung des Persönlichkeitsbildes, die durch religiösen Fanatismus und menschenverachtendem Okkultismus gefördert, begründet oder verstärkt wird. Menschen, die ihre kranken oder pervertierten Neigungen ausleben und dabei den Satanismus als Entschuldigung oder gar Rechtfertigung (wie beschrieben) missbrauchen, tun ihr übriges um der öffentlichen Meinung über Satanisten den Rest zu geben.

     Wer irgendwelche Rituale braucht um seinen Glauben an ein tragendes Gerüst zu binden der soll das tun. Auch in der christlichen Kirche gibt es genug solcher Dinge, wenn man zum Beispiel an das Klingeln der Glöckchen bei der Wandlung von Wasser und Wein denkt oder an die Knien-Stehen-Sitzen-Folge während des Gottesdienstes. Riten sind ihrer Natur nach nichts Verwerfliches. Doch wer die individuelle Freiheit, die psychische oder physische Unantastbarkeit eines anderen Lebewesens missachtet oder verletzt, der handelt nicht im satanischen Sinn, denn er verachtet das, was die Grundidee des Satanismus darstellt: Die Göttlichkeit eines jeden Menschen!

     "Liebe unter Willen" ist ein besonders oft zitierter und vor allem missbrauchter Slogan ritueller satanischer Zirkel und Glaubensgemeinschaften – vor allem dann, wenn sie sich sexueller Unterwürfigkeit bedienen. „Liebe unter Willen“ bedeutet nicht sich den Körper anderer Menschen gegen deren Willen zu nehmen. Es bedeutet auch nicht, dass sich jemand dem Willen eines anderen hinzugeben hätte. Was sollte denn das mit der Bedeutung von „Liebe“ zu tun haben??? „Liebe unter Willen“ bedeutet, dass man selbst - und zwar jeder ganz allein für sich - seinem Willen folgen soll und die Liebe allein SEINEM EIGENEN Willen unterliegt. Denn Liebe, das ist nichts exklusiv Christliches - auch wenn oft versucht wird dies zu propagieren. Die Liebe ist in der Natur des Menschen und sie ist es, für den, der an Gott nicht glaubt, auch ganz ohne Gott. Denn wer Liebe allein den Gottesfürchtigen zuspricht, redet nicht nur allen Satanisten die Liebe ab, sondern auch allen Buddhisten, Hindus, Atheisten und Andersgläubigen.

     Die Satanischen Grundsätze oder Lebensregeln, sie stehen nicht fest wie die 10 Gebote im Alten Testament der Bibel. Sie sind in ihrer Fassung individuell, denn der Satanismus sieht den Menschen als mündig an sich seiner Vernunft selbst zu bedienen und deshalb diktiert er keine Wortlaute. Dennoch bleibt die Botschaft die gleiche: Vertraue auf deine eigene Vernunft, auf deinen eigenen Willen. Wer das tut und sich besonnen hält, der kann am Ende sein Leben nicht vergeudet haben. Alles, was Satan für einen Menschen und sein Leben darstellen kann, obliegt allein im individuellen Verständnis dessen, der sich dem Satanismus hingibt. Somit könnte man wenigstens eine grundlegende und allgemein verbindliche Gesetzmäßigkeit ableiten:

    Satanismus ist die Erkenntnis vom eigenen Verstand,

    von der Natur des Menschen in seiner Art,

    vom verantwortungsvollen Umgang mit sich und anderen.

     

                 L

    LIBER AL VEL LEGI    
    http://satanismus.org/downloads/ger_liber_al.pdf

     

                                              Satan hat es uns befohlen!

                                                                                     Ruda

                                        

    In einer deutschen Kleinstadt wird ein tief religiöser junger Mann in einer schwarz gestrichenen Wohnung bestialisch ermordet. Neben einem Sarg, neben Kreuzen. Ein Menschenopfer!

    Polizeipräsidium Bochum, spät in der Nacht. Das Satans-Paar von Witten im ersten Verhör. In getrennten Räumen. Die Beamten bieten Daniel Ruda (25) an: „Wollen Sie einen Anwalt?“ Er: „Nee, brauche ich nicht. Fragen Sie, ich antworte.“

    Kernfrage der Beamten: „Wieso dieser entsetzliche Mord? Warum hat Ihre Frau da mitgemacht?“ Er lehnt sich zurück, schaut erstaunt und sagt: „Wir haben uns eben gesucht und ergänzt. Wir taten es auf Befehl Satans.“

    Fast zeitgleich im Nebenraum: Auch das Manuela (22) gesteht. Entsetzen bei den Ermittlern: Wie ihr Mann spricht auch sie vom Teufel. Ja, er habe beide beauftragt, ihm ein Menschenopfer zu bringen. Dass es Frank H. (33) traf, einen Arbeitskollegen ihres Mannes, dass ausgerechnet er mit Hammer und Machete umgebracht wurde, sei „reiner Zufall“: „Wir hätten auch jeden anderen nehmen können. Wir haben ihn zu einer Party eingeladen, er ging einfach so mit.“

    Oder haben die Satanisten ihr Opfer doch gezielt ausgesucht? Fest steht: Frank H. war sehr gläubig. Pastor Samuel Warwel, Datteln: „Er kam zum Gottesdienst zu uns, er war offen für den christlichen Glauben.“ War Frank H. deshalb das „ideale“ Opfer?
    66 Verletzungen stellten die Gerichtsmediziner bei ihm fest. Die „66“, Zahl des Teufels. Hat das Satanspaar bei seinen Stichen, Schnitten und Hieben vielleicht sogar mitgezählt? Staatsanwalt Dieter Justinsky: „Details dieser Art sind noch ungeklärt und deshalb Spekulation. Aber ich bestätige: Es war ein Ritualmord.“

    Gestern bei der Pressekonferenz in Bochum: Der Staatsanwalt zeigt sich geschockt über die Gefühlskälte der Teufelsanbeter:
    "Es gab während ihrer Geständnisse kein Anzeichen von Reue und keine Spur von Schuldgefühl.“ Hat ihr Satanskult sie so im Griff, dass sie zu menschlicher Regung nicht mehr fähig sind? Oder steuern sie schon auf „Schuldunfähigkeit“ zu, auf Einweisung in die Psychiatrie?

    http://www.satanshimmel.de/prozess.htm

     

                                                    Manson

                                                

     

     

    Am 16. August 1969 wurden Manson und Mitglieder seiner Family unter dem Verdacht des Autodiebstahls auf Spahn's Movie Ranch in den Santa Susanna Mountains festgenommen. Einige Tage später wurden sie aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 12. Oktober 1969 fand auf der Barker Ranch im Death-Valley-Nationalpark, wohin Manson und seine Anhänger inzwischen umgezogen waren, eine Polizei-Razzia statt. Angeklagt wegen Brandstiftung und schweren Diebstahls, wurde Manson gemeinsam mit zahlreichen Gefolgsleuten verhaftet. Erst in den darauffolgenden Wochen wurde nach und nach durch polizeiliche Ermittlungen und Zeugenaussagen die Urheberschaft der Manson-Family am Tate-Massaker, an den Morden am Ehepaar LaBianca, am Musiklehrer Gary Allen Hinman und dem Cowboy Donald Jerome Shea deutlich. Am 24. Juli 1970 begann der Tate-LaBianca-Mordprozess gegen Charles Manson, Susan Atkins, Patricia Krenwinkel und Leslie Van Houten in Los Angeles. In einem der bis dahin längsten Strafverfahren der US-Geschichte verbrachten die Geschworenen 225 Tage isoliert im Ambassador Hotel. Der Prozess verlief turbulent. Mansons weibliche Mitangeklagte trugen bizarre Selbstbezichtigungen vor und beteuerten die Unschuld ihres Gruppenführers. Die skurrile Selbststilisierung der Beschuldigten, die schockierende Grausamkeit der Taten und der ungeklärte Mord an Ronald Hughes, der Strafverteidiger der 4 Angeklagten der sich bei der Family unbeliebt gemacht hatte da er Manson die Hauptschuld gab, sorgten für ein beispielloses Medieninteresse. Am 29. März 1971 verurteilte die Jury die vier Angeklagten zum Tod in der Gaskammer. Der vorsitzende Richter Charles Older bestätigte das Urteil am 19. April 1971.

     

     

     Fraternitas Saturni

    Die Saturmagie der Fraternitas Saturni soll sich erheblich von anderen magischen Traditionen unterscheiden. Nach Aussagen der Fraternitas Saturni sei sie kein überliefertes System der traditionellen Magie, gehorche nicht dem Prinzip des Solaren, sondern arbeite mit dem „dunklen Licht“ des Demiurgen Saturn. Großloge wird an jedem dritten Samstag des Monats abgehalten, Ostersamstag wird in einer feierlichen Osterloge der Gründung der Fraternitas Saturni durch Gregorius gedacht. Erkennungszeichen für Mitglieder ist ein Ring aus Silber mit einem spitzwinkligen Dreieck, das von vier sich auf der Rückseite vereinenden Bändern umfasst wird. In dem Dreieck befindet sich das Saturnsymbol mit am unteren Bogen eingefasstem Edelstein oder Halbedelstein, der den Logengrad darstellt.

    Die Fraternitas Saturni e.V. ist seit 1957 ein eingetragener Verein. Die Arbeit an neuen Konzepten magischer Praxis steht, neben der Pflege von traditionellem „Saturnmagischen" Wissen, im Mittelpunkt der Logenarbeit. Zu ihrem 75-jährigen Bestehen (2003) vereinigte sich die Großloge Fraternitas Saturni mit der „Großloge Gregor A. Gregorius". Diese brachte drei Ortslogen in die Fraternitas ein. Der Name Fraternitas Saturni wurde nach dem Zusammenschluss beibehalten. Durch diesen verdoppelte sich faktisch die Mitgliederzahl der ältesten Saturnloge. Traditionsreiche Ortslogen wie Hamburg, Berlin und Frankfurt wurden wiederbelebt. Die während des Vereinigungsprozesses geführte Diskussion um die Beibehaltung der Arkandisziplin und des Gradsystems entschied sich zugunsten der Tradition.

     

     Eine  Gruppierung, die schon frühzeitig Sexualmysterien in ihre Riten integrierte, war die offiziell zu Ostern 1928 in Berlin von dem Buchhändler Eugen Grosche unter seinem Ordensnamen Gregor A. Gregorius gegründete und oben bereits erwähnte "Fraternitas Saturni". Diese Gründung war das Ergebnis einer 1925 in Thüringen stattgefundenen Konferenz, an der, einberufen von der "Pansophischen Loge", neben Grosche und anderen auch Aleister Crowley teilnahm. Im Verlauf dieser Konferenz kam es zu Auseinandersetzungen, die sich an der Person Crowleys entzündeten und kurz darauf zur Auflösung der "Pansophia" führten, aus deren Überresten nun die "Fraternitas Saturni" entstand.
    Trotz der Annahme des "Gesetzes von Thelema" durch Gregorius war die nach freimaurerischem Vorbild organisierte Loge keinesfalls nur an Crowleys Lehren orientiert. Weitere wichtige Bestandteile ihrer Lehre waren ein ausgeprägter Luziferianismus, Elemente der von Hanns Hörbiger entwickelten "Welteislehre", Alchemie, Yoga und verschiedene Formen der Sexualmagie. Aufgrund all dieser Komponenten und in Sonderheit der im 18. Grad praktizierten sexualmagischen Riten wurde und wird die "Fraternitas Saturni" nicht selten als satanistischer Orden bezeichnet. Derlei vordergründige Vorhaltungen erhielten neue Nahrung nach Bekanntwerden der Existenz sogenannter geheimer "Studienkreise", deren Zweck wie folgt beschrieben wird: "Zur einen oder anderen Zeit wurden in derartigen ‚Studienkreisen‘ allgemeine sexualmagische Praktiken (besonders solche, bei denen mehrere Sexualpartner oder Partner gleichen Geschlechts beteiligt waren), Zeremonien, die den Gebrauch illegaler Drogen beinhalteten (die in der FS vor allem im Weihrauch verwendet wurden) sowie Tieropfer und bisweilen auch Evokationen und spiritistische Arbeiten durchgeführt."
    Eines der Ziele der von Mitgliedern der "Fraternitas Saturni" durchgeführten sexualmagischen Operationen war die Erschaffung eines sogenannten Psychogons, einer astralen Wesenheit, die zu bestimmten Zwecken eingesetzt werden kann. Nach erfolgreichem Vollzug eines Rituals, in dessen Verlauf ein Stück Pergament mit den Sexualsekreten beider an dem Ritus beteiligten männlichen und weiblichen Partner bestrichen wird, entsteht ein mentales Wesen, dessen "Charakter" vom Willen seiner Erzeuger abhängig ist. In ähnlicher Weise - unter Beachtung gewisser astrologischer Voraussetzungen - kann auch versucht werden, magisch auf die Persönlichkeit eines zu zeugenden Kindes Einfluß zu nehmen

    http://www.fraternitas.de/

                                  

    Comments

    Please wait...
    Sorry, the comment you entered is too long. Please shorten it.
    You didn't enter anything. Please try again.
    Sorry, we can't add your comment right now. Please try again later.
    To add a comment, you need permission from your parent. Ask for permission
    Your parent has turned off comments.
    Sorry, we can't delete your comment right now. Please try again later.
    You've exceeded the maximum number of comments that can be left in one day. Please try again in 24 hours.
    Your account has had the ability to leave comments disabled because our systems indicate that you may be spamming other users. If you believe that your account has been disabled in error please contact Windows Live support.
    Complete the security check below to finish leaving your comment.
    The characters you type in the security check must match the characters in the picture or audio.

    To add a comment, sign in with your Windows Live ID (if you use Hotmail, Messenger, or Xbox LIVE, you have a Windows Live ID). Sign in


    Don't have a Windows Live ID? Sign up

    Trackbacks

    The trackback URL for this entry is:
    http://pazuzu01.spaces.live.com/blog/cns!2F1F3A8B974386A5!1237.trak
    Weblogs that reference this entry
    • None